Solltest Du eine Umschulung machen ist das Praktikum fester Bestandteil dieser Maßnahme und eine Pflicht zur Prüfungszulassung ! Dein Bildungsträger ist nur bei einer pauschalgeförderten Maßnahme verpflichtet Dir einen Praktikumplatz zu stellen. Hintergrund ist, dass ein Bildungsträger eine derartige Maßnahme zur Umschulung "Kaufleute im Gesundheitswesen" erst bei den Leistungsträgern (Bundesagentur für Arbeit, Deutsche Rentenversicherung Bund, Berufsgenossenschaft, Integrationsamt) beantragen muss und die Struktur des Unterrichts von der zuständigen IHK genehmigt wird. Die pauschale Förderung einer Umschulung bekommt jeder Bildungsträger nur, wenn er für jeden Teilnehmer mindestens einen Praktikumplatz zur Verfügung stellen kann. Kann er dies nicht - hat er also nicht genügend potentielle Praktikumgeber zur Verfügung - wird ihm die Durchführung der Maßnahme zwar nicht versagt, aber sie wird nicht pauschal gefördert.

Sicherlich sieht es für Deine weitere berufliche Entwicklung nicht gut aus, wenn Du von Deinem Bildungsträger zu einem Praktikumgeber "geschickt" wirst. Dies zeugt von wenig bis gar keiner Eigenintiative und trägt mit Sicherheit nicht dazu bei dort einen Job zu bekommen. Deshalb macht es mehr Sinn sich selbst auf die Suche zu begeben und sich ggf. vom Bildungsträger eine Liste der möglichen Praktikumgeber aushändigen zu lassen. Bei der Formulierung Deiner Bewerbung sind wir als Dein KiGW-Team gern kostenlos behilflich.

Uns erreichen immer wieder Anfragen zum Praktikum, insbesondere die Frage: "Wo soll ich ein Praktkium machen ? Wo habe ich die meisten Chancen auf dem Arbeitsmarkt ?"
Nun sind wir leider keine Hellseher, aber einige Sachen sind unwiderlegbare Fakten. Dazu gehört z.B., dass dieser Beruf sehr "krankenhauslastig" ist. Dies bedeutet, dass in der Fachliteratur und in der Prüfung überwiegend auf den Bereich "Akutkrankenhaus" eingegangen wird - und das, obwohl gerade hier die Chancen auf einen Arbeitsplatz sehr schlecht sind. Akutkrankenhäuser haben einen Überhang an Pflegepersonal und dies wird in Schnellkursen intern zu Verwaltungsangestellten umgeschult. Hier als Quereinsteiger reinzukommen ist ohne Beziehungen kaum möglich. Dennoch lernst Du nirgendwo anders mehr über das gesamte Gesundheitswesen als in einem Praktikum in einem Akutkrankenhaus. Hier durchläufst Du im Normalfall alle Abteilungen und sammelst wertvolle Eindrücke über die Organisationsstrukturen. Dies hilft zum Bestehen der Prüfung sehr !

Die besten Chancen hat man nach der Ausbildung allerdings im Pflegeheimbereich. Hier wird es in den nächsten Jahren zu den gleichen Veränderungen kommen wie schon in der Akutbehandlung, d.h. DRG's wird es auch in der Pflege geben und die Abrechnung (Wegfall der "Minutenpflege") wird wahrscheinlich noch komplizierter als im Akutkrankenhaus. Deshalb sind hier Fachleute gefragt die diese, vom derzeitigen Personal in den Pflegeheimen kaum zu bewältigenden, Aufgaben lösen können.
Deshalb geben wir einen einfachen Tipp : Teile Dein Praktikum auf !!

Nun wird Dein Bildungsträger vielleicht sagen: "Das geht nicht !" Das wäre aber nicht korrekt, denn das geht nicht nur, sondern ist von den überwiegenden IHK in Deutschland sogar gern gesehen und gewollt !!

Allerdings musst Du dann auf einen Umstand aufpassen :
Wenn Du Dein 6- bzw. 9monatiges Praktikum teilst kann es passieren, dass Du zu beiden Teilen in der mündlichen Prüfung (Fachgespräch) Fragen bekommst. Dadurch wird Deine Ausbildung zwar interessanter, aber ggf. auch schwerer !

Inhalte eines Praktikum
Ein Praktikant sollte an folgenden Aufgabenstellungen mitwirken :
  - Marktgeschehen im Gesundheitssektor beobachten und Marketingkonzepte erarbeiten
  - Konzepte zu Dienstleistungsangeboten entwickeln
  - Kunden bzw. Patienten informieren, beraten und betreuen
  - kaufmännische Aufgaben durchführen
  - Geschäftsvorgänge im Rechnungswesen bearbeiten
  - Leistungen mit Krankenkassen und sonstigen Kostenträgern abrechnen
  - Bedarf an Materialen, Produkten und Dienstleistungen ermitteln, diese beschaffen und verwalten
  - Unterschiedliche Dokumentationssysteme für Abrechnungen und das Qualitätsmanagement nutzen
  - Kalkulationen durchführen
  - Statistiken anfertigen, auswerten, aufbereiten und präsentieren
  - Organisationsabläufe und Verwaltungsprozesse gestalten
  - Arbeitsabläufe festlegen und kontrollieren
  - Methoden der Arbeitsplanung und -kontrolle anwenden
  - Qualitätssichernde Maßnahmen erarbeiten und beurteilen
  - Vorgänge des betrieblichen Berichtswesen bearbeiten
  - Personalwirtschaftliche Vorgänge erarbeiten

Hast Du weitere Fragen zum Praktikum ? Dann schreibe uns !